Gedichte
Dunklere Gärten
Dunklere Gärten
Den verwachsenen Fährten
der Schatten folge ich blind
in die Stille. Sie zeigen
mir die dunkleren Gärten,
die kühl und blütenleer sind,
wo schwarze Haine schweigen.
der Schatten folge ich blind
in die Stille. Sie zeigen
mir die dunkleren Gärten,
die kühl und blütenleer sind,
wo schwarze Haine schweigen.
Stille Gärten
Stille Gärten
Bewahre das Eis im Herzen! Sprich
mit den Schatten! Bleibe allein!
Die Pfade meide! Suche Dickicht
auf! Scheue auch dessen Dornen nicht!
Tore stiller Gärten öffnen sich.
Traue dem dunklen Frieden! Tritt ein!
mit den Schatten! Bleibe allein!
Die Pfade meide! Suche Dickicht
auf! Scheue auch dessen Dornen nicht!
Tore stiller Gärten öffnen sich.
Traue dem dunklen Frieden! Tritt ein!
Wald und Rätsel
Wald und Rätsel
Dunkle Räume flüstern.
Ein Zwielicht schwelt. Fern weint
ein irrender Hund. Kaum
Helle bleibt und zerrinnt
im Ungewissen. Kein
Pfad führt hinaus. Die Nacht
wird groß. Dunkle Räume
flüstern. Schwarzer Bäume
Wipfel rühren sich sacht,
raunen Geheimes. Ein
Totholz wird Norne, spinnt
Wald und Rätsel zum Traum,
und ein Engel erscheint.
Ein Zwielicht schwelt. Fern weint
ein irrender Hund. Kaum
Helle bleibt und zerrinnt
im Ungewissen. Kein
Pfad führt hinaus. Die Nacht
wird groß. Dunkle Räume
flüstern. Schwarzer Bäume
Wipfel rühren sich sacht,
raunen Geheimes. Ein
Totholz wird Norne, spinnt
Wald und Rätsel zum Traum,
und ein Engel erscheint.
Lockung
Lockung
Hör!
Was hat Dich um den Schlaf gebracht?
Vor’m Fenster hat man gewispert,
hat Deinen Namen geflüstert.
Ein Jemand wartet in der Nacht.
Wer?
Was hat Dich um den Schlaf gebracht?
Vor’m Fenster hat man gewispert,
hat Deinen Namen geflüstert.
Ein Jemand wartet in der Nacht.
Wer?
Altweibersommer
Altweibersommer
Müde, fahle Blätter schauern
in den Teich, scheuchen Gold hervor.
Libellen schwirren auf, reigen
sich zu Tod, trinken sterbend Licht.
Spinnengarn und Staubfäden sind
von der Norn ins Blaue gewebt.
Mürber Hauch von Verwesung schwebt
mit dem Haar der Toten im Wind.
Jetzt hüte dich und traue nicht
des Mittags tückischem Schweigen.
Nach Drüben lockt ein dunkles Tor
zwischen verfallenden Mauern.
in den Teich, scheuchen Gold hervor.
Libellen schwirren auf, reigen
sich zu Tod, trinken sterbend Licht.
Spinnengarn und Staubfäden sind
von der Norn ins Blaue gewebt.
Mürber Hauch von Verwesung schwebt
mit dem Haar der Toten im Wind.
Jetzt hüte dich und traue nicht
des Mittags tückischem Schweigen.
Nach Drüben lockt ein dunkles Tor
zwischen verfallenden Mauern.
Späte Tage
Späte Tage
Ein Dunkles weht uns an.
Es wachsen die Schatten.
Aus dem Einst wird ein Nie.
Die Tage versinken.
In Pfützen ertrinken
Hoffnung und Träume, die
wir sommerlang hatten.
Die Chancen sind vertan.
Es wachsen die Schatten.
Aus dem Einst wird ein Nie.
Die Tage versinken.
In Pfützen ertrinken
Hoffnung und Träume, die
wir sommerlang hatten.
Die Chancen sind vertan.
Schwarze Runen
Schwarze Runen
So gehen die Tage.
Es war doch immer ein
Verzicht, und wir leben
mit der Sicht auf das Nie.
Die Nornen losen. Sie
spinnen die Zeit, weben
schwarze Runen hinein.
Alles steht in Frage.
Es war doch immer ein
Verzicht, und wir leben
mit der Sicht auf das Nie.
Die Nornen losen. Sie
spinnen die Zeit, weben
schwarze Runen hinein.
Alles steht in Frage.
Einmal noch
Einmal noch
Einmal noch in die Ferne sehn,
Dir, die Horizonte zeigend,
leise an die Schulter rühren,
Deiner Nähe Wärme spüren!
Laß` uns dann, getrennt und schweigend,
den Weg hinaus ans Ende gehn!
Dir, die Horizonte zeigend,
leise an die Schulter rühren,
Deiner Nähe Wärme spüren!
Laß` uns dann, getrennt und schweigend,
den Weg hinaus ans Ende gehn!
Des Drachen Schlaf
Des Drachen Schlaf
In die Grotte sickert Regenlicht.
Auf Golderz glitzern Glimmersteine.
Bei dem Schlaf im kalten Mineral
ist ihm die Zeit gefroren. Seine
Jahre sind inzwischen ohne Zahl.
Vor der Höhle wuchern Moos und Wald.
Dort schauern Graupel in die Bäume.
Seine Welt ward menschenleer und alt.
Kein Vogelruf stört seine Träume.
Kein Kahn treibt unten auf dem Rheine.
In toten Dörfern weint kein Kind.
Ein letzter Rabe schweigt alleine
im Geäst, sträubt Federn in den Wind,
der als Seufzer an der Klippe bricht.
Auf Golderz glitzern Glimmersteine.
Bei dem Schlaf im kalten Mineral
ist ihm die Zeit gefroren. Seine
Jahre sind inzwischen ohne Zahl.
Vor der Höhle wuchern Moos und Wald.
Dort schauern Graupel in die Bäume.
Seine Welt ward menschenleer und alt.
Kein Vogelruf stört seine Träume.
Kein Kahn treibt unten auf dem Rheine.
In toten Dörfern weint kein Kind.
Ein letzter Rabe schweigt alleine
im Geäst, sträubt Federn in den Wind,
der als Seufzer an der Klippe bricht.
Am Ende
Am Ende
Welk ist der Tag, das Warten fast
am Ende. Stunden wiegen schwer.
Die Wehmut schleicht vom Wasser her,
das seufzend an Kieseln zerbricht.
Nasse Schleier trüben die Sicht,
das Licht ertränkt der See im Grau.
Als Ahnung schwebt die Reichenau.
Ein müder Starenschwarm fällt ein
im Schilf. Ein Nachen treibt allein
ins Bleiche, wo er bald verblasst.
am Ende. Stunden wiegen schwer.
Die Wehmut schleicht vom Wasser her,
das seufzend an Kieseln zerbricht.
Nasse Schleier trüben die Sicht,
das Licht ertränkt der See im Grau.
Als Ahnung schwebt die Reichenau.
Ein müder Starenschwarm fällt ein
im Schilf. Ein Nachen treibt allein
ins Bleiche, wo er bald verblasst.
Rauhnacht
Rauhnacht
Und noch ein Jahr vorbei!
Ein Graupelschauer fällt.
Ein ferner Möwenschrei
klagt in die trübe Welt.
Vom Säntisgipfel bringt
der Sturm die Fröste her,
der kalte Dämon, der
heut Nacht Dir Ständchen singt.
Doch die Gesänge sind
Wolfschoräle, sind wie
aus bösen Träumen. Nie
verstummt der schwarze Wind.
Den ganzen Winter nicht.
Hörst Du, wie er flüstert?
Durch die Gassen wispert?
Und mit dem Regen spricht?
Am Fensterglas zerschellt?
Dir dunkle Fragen stellt?
Ein Graupelschauer fällt.
Ein ferner Möwenschrei
klagt in die trübe Welt.
Vom Säntisgipfel bringt
der Sturm die Fröste her,
der kalte Dämon, der
heut Nacht Dir Ständchen singt.
Doch die Gesänge sind
Wolfschoräle, sind wie
aus bösen Träumen. Nie
verstummt der schwarze Wind.
Den ganzen Winter nicht.
Hörst Du, wie er flüstert?
Durch die Gassen wispert?
Und mit dem Regen spricht?
Am Fensterglas zerschellt?
Dir dunkle Fragen stellt?
Schnee kommt
Schnee kommt
Starenwolken tanzen einen Reigen.
Raben raunen von Runen und Sagen.
Die Hoffnung ist erloschen. Das Licht schied
aus der Welt. Odins Sturmbräute plagen
das Schilf, flüstern Dunkles im toten Ried.
In Gärten welken noch Rosen dahin.
Ich wandre den Pfad am Ufer entlang,
wo ich ein Fremder im Möwenschwarm bin.
Das Röhricht verschattet. Ein ferner Klang
von Glocken verweht. Schnee kommt -
das Schweigen …
Raben raunen von Runen und Sagen.
Die Hoffnung ist erloschen. Das Licht schied
aus der Welt. Odins Sturmbräute plagen
das Schilf, flüstern Dunkles im toten Ried.
In Gärten welken noch Rosen dahin.
Ich wandre den Pfad am Ufer entlang,
wo ich ein Fremder im Möwenschwarm bin.
Das Röhricht verschattet. Ein ferner Klang
von Glocken verweht. Schnee kommt -
das Schweigen …
Flüsterlieder
Flüsterlieder
Während des Sommers
sind in den Mooren
die Schatten gewachsen.
Scheu schliefen sie lange
unter Röhricht
und am Grund
modriger Tümpel.
Nun schleichen sie
mit dem Nebel
die Hänge herab
und trinken
wie große, durstige Tiere
das Licht aus dem See.
Wenn der Tag
eine einzige Dämmerung ist,
hörst Du dann
ihre Flüsterlieder?
Was singen sie
vom vergangenen Jahr?
Hörst Du es nicht?
Hörst Du das nicht?
Und was die Schatten wissen
von kommender Zeit.
sind in den Mooren
die Schatten gewachsen.
Scheu schliefen sie lange
unter Röhricht
und am Grund
modriger Tümpel.
Nun schleichen sie
mit dem Nebel
die Hänge herab
und trinken
wie große, durstige Tiere
das Licht aus dem See.
Wenn der Tag
eine einzige Dämmerung ist,
hörst Du dann
ihre Flüsterlieder?
Was singen sie
vom vergangenen Jahr?
Hörst Du es nicht?
Hörst Du das nicht?
Und was die Schatten wissen
von kommender Zeit.
Im Sommer
Im Sommer
In den Feldern schlafen die Dämonen.
Ihre Schädel tragen Dornenkronen.
Dürre Finger tasten in die Hecken.
Bleibe still! Sonst wirst Du sie erwecken.
Ihre Träume atmen Finsternisse
und der schwüle Nachmittag erschauert.
Mohn und Ährengrün sind nur Kulisse,
Sommertrug. Die alte Drude lauert
auf Späte, auf das Zwielicht. Horch, sie ruft!
Bald schwirren Fledermäuse durch die Luft.
Die Horizonte macht der Regen düster.
In den Feldern regt sich ein Geflüster.
Nächtens irren rote Wetterscheine
übers Land. Die Dörfer sind verlassen.
Von den Gräbern stehen die Gebeine
auf. Die Toten schleichen durch die Gassen.
Vögel kreischen ferne in den Wäldern.
Die Dämonen tanzen auf den Feldern.
Ihre Schädel tragen Dornenkronen.
Dürre Finger tasten in die Hecken.
Bleibe still! Sonst wirst Du sie erwecken.
Ihre Träume atmen Finsternisse
und der schwüle Nachmittag erschauert.
Mohn und Ährengrün sind nur Kulisse,
Sommertrug. Die alte Drude lauert
auf Späte, auf das Zwielicht. Horch, sie ruft!
Bald schwirren Fledermäuse durch die Luft.
Die Horizonte macht der Regen düster.
In den Feldern regt sich ein Geflüster.
Nächtens irren rote Wetterscheine
übers Land. Die Dörfer sind verlassen.
Von den Gräbern stehen die Gebeine
auf. Die Toten schleichen durch die Gassen.
Vögel kreischen ferne in den Wäldern.
Die Dämonen tanzen auf den Feldern.
Ohne Titel
Ohne Titel
Zwielicht im Winter: Es gehen
Wind und dunkles Geflüster
durch das erfrorene Ried,
totes Glühen, das düster
irrlichternd seewärts weht.
Wind und dunkles Geflüster
durch das erfrorene Ried,
totes Glühen, das düster
irrlichternd seewärts weht.
Die Toten
Die Toten
Das Graue will das Licht verschlingen.
Gärten wuchern aus der Schattenwelt,
im Feld regen sich Grillen, singen
sirrende Choräle. Späte fällt
ins Trübe. Fledermäuse schwirren
auf. Noch drückt des Tages Hitze schwer.
Ein Windgeflüster raunt in Bäumen
und der Holderbüsche Blütenmeer
duftet nach Wein, nach Rausch und Träumen.
Mondschein macht den Strauß der Dolden fahl,
täuscht blasse Fratzen auf den Teichen
unten bei dem Erlenbruch im Tal.
Was kommen da für Fremde in den
Garten, schwanken übern Wiesenplan?
Was wollen die bei Dir? Schau hin, der
Kopf des einen grient jetzt zu Dir her
und starrt Dich mit leeren Augen an.
Es sind die Toten, die dort schleichen,
durch Dämmerung und Nächte irren,
die nirgendwo die Ruhe finden.
Gärten wuchern aus der Schattenwelt,
im Feld regen sich Grillen, singen
sirrende Choräle. Späte fällt
ins Trübe. Fledermäuse schwirren
auf. Noch drückt des Tages Hitze schwer.
Ein Windgeflüster raunt in Bäumen
und der Holderbüsche Blütenmeer
duftet nach Wein, nach Rausch und Träumen.
Mondschein macht den Strauß der Dolden fahl,
täuscht blasse Fratzen auf den Teichen
unten bei dem Erlenbruch im Tal.
Was kommen da für Fremde in den
Garten, schwanken übern Wiesenplan?
Was wollen die bei Dir? Schau hin, der
Kopf des einen grient jetzt zu Dir her
und starrt Dich mit leeren Augen an.
Es sind die Toten, die dort schleichen,
durch Dämmerung und Nächte irren,
die nirgendwo die Ruhe finden.
Notturno
Notturno
Ein Flüstern ist in der Frühlingsnacht.
Wie grinst des Mondes Greisengesicht
so bleich im See? Die Sumpfeule lacht
am Wasser. Im Hein irrt ein Licht.
Die Vögel taumeln träumend durchs Ried.
Der Wind biegt die trockenen Stengel,
singt Dir ein schauriges Schlummerlied.
Im Röhricht raunen schwarze Engel.
Wie grinst des Mondes Greisengesicht
so bleich im See? Die Sumpfeule lacht
am Wasser. Im Hein irrt ein Licht.
Die Vögel taumeln träumend durchs Ried.
Der Wind biegt die trockenen Stengel,
singt Dir ein schauriges Schlummerlied.
Im Röhricht raunen schwarze Engel.
Einst
Einst
Rosen sammelten
weindunkle Trauben.
Vom knorrigen Rebholz
segnet ein Blaues
den witternden Hof
der alten Abtei.
Ihr Gegenwärtigen!
Ihr flüchtigen Schatten des Mittags!
An den Säumen eurer schwarzen Wege suche ich Träume,
ward Einsamster unter den Einsamen,
näher den bleichen Fischen der Tiefsee.
Noch das Hinaus treibt meinen Schritt.
Du aber,
da Du meine Träume nicht kennst,
gedenke einst meines Schlafes!
weindunkle Trauben.
Vom knorrigen Rebholz
segnet ein Blaues
den witternden Hof
der alten Abtei.
Ihr Gegenwärtigen!
Ihr flüchtigen Schatten des Mittags!
An den Säumen eurer schwarzen Wege suche ich Träume,
ward Einsamster unter den Einsamen,
näher den bleichen Fischen der Tiefsee.
Noch das Hinaus treibt meinen Schritt.
Du aber,
da Du meine Träume nicht kennst,
gedenke einst meines Schlafes!